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Währungsunabhängig, flexibel, sicher: Warum Goldreserven nicht nur für Staaten wichtig sind

Als vor mehr als 500 Jahren die ersten europäischen Banknoten in Spanien das Licht der Welt erblickten, war die Sache klar: Bei den bedruckten Papierscheinen handelte es sich um nichts anderes, als um einen Ersatz für Gold oder Silber. Dieser eigentlich logische Standard (Geld = Gold), blieb lange Zeit unangetastet. Erst mit einer umfassenden Neuordnung der Finanzpolitik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts fiel die Verknüpfung mit Gold als echtem physischem Gegenwert mehr und mehr weg. Im Jahr 1971 war dann auch die letzte Währung nicht mehr an Gold gebunden – ein Zustand, der in dieser Form bis heute praktisch unverändert geblieben ist. Dennoch erfreut sich das gelbe Edelmetall bei den Notenbanken nach wie vor größter Beliebtheit. Was nur selten offen zugegeben wird, hat hier jedoch einen ebenso simplen wie bedeutsamen Grund: Gold ist das letzte wirkliche Geld! Selbst wenn alle Währungssysteme dieser Welt zusammenbrechen und Banknoten nichts mehr wert sein sollten, bliebe Gold als Geld erhalten. Es verwundert daher nicht, dass Notenbanken und Staaten entsprechende Vorsorgemaßnahmen treffen und Goldreserven anlegen und halten.

Gold ist das bessere Geld!

Dass Gold das ultimative Zahlungsmittel auf der Welt ist, hat einst Ex-US-Notenbankchef Alan Greenspan festgestellt. Diese Aussage vermag nicht zu überraschen, denn bislang waren noch keine Wirtschaftskrise, kein Zusammenbruch eines Staates und kein Wegfall einer Währung dazu in der Lage, dem Gold etwas anzuhaben. Im Vertrauen darauf, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird, haben sich Notenbanken und Organisationen wie beispielsweise der Internationale Währungsfonds (IWF) Goldreserven in einem Umfang von über 33.000 Tonnen gesichert. Der aktuelle Marktwert des gehorteten Goldes beträgt dabei beachtliche 1.300 Milliarden US-Dollar.

Vorausschauend operierende Staaten wie Russland und China haben in den letzten Jahren ihre Goldbestände sogar massiv aufgestockt. Ob dies als Zeichen einer drohenden Wirtschaftskrise in den genannten Ländern gewertet werden kann, mag dahingestellt bleiben. Was aber in jedem Falle stimmt, ist die Tatsache, dass Gold – anders als Geld – überall auf der Welt in materielle Gegenwerte eingetauscht werden kann. Daher ist es eine durch und durch kluge Entscheidung, wenn Staaten sich entsprechende Rücklagen in physischen Edelmetallen schaffen.

Die Bundesbank holt ihr Gold zurück in die Heimat

Auch in Deutschland scheinen sich Experten über die Wichtigkeit von physischen Goldreserven einig zu sein. Anders wäre es kaum zu erklären, dass die Bundesbank erst kürzlich 216 Tonnen Gold aus ihren Beständen in New York und Paris nach Frankfurt am Main zurückgeholt hat. Neben den im September 2016 ins Inland überführten Goldmengen lagern nun zwar noch weitere 1.236 Tonnen Gold in New York, doch befinden sich nach Informationen der Bundesbank nunmehr fast 50 % des gesamten deutschen Goldschatzes auf heimischem Territorium. Möglicherweise kann dies als Beweis dafür angesehen werden, wie wichtig eine rasche Zugriffsmöglichkeit auf physisches Gold eingeschätzt wird. Und genau das gilt nicht nur für Staaten oder institutionelle Anleger, sondern gleichermaßen auch für Privatpersonen: Wer physisches Gold besitzt, verfügt damit über ein währungsunabhängiges Zahlungs- und Tauschmittel, welche auch und gerade in Krisenzeiten funktioniert und somit von großem Vorteil ist. Es empfiehlt sich deshalb stets, einen bestimmten Teil seines angesparten Geld-Vermögens in Edelmetallen anzulegen. Schließlich kann das, was die Großen tun, auch für Kleine nicht falsch sein.

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Autor: Ronny Wagner

Ronny Wagner ist Finanz-Blogger, Geldcoach, Inhaber des Edelmetallhändlers Noble Metal Factory und Gründer der „Schule des Geldes e.V.“. Er widmet sich seit 2008 dem Thema „Finanzbildung“ und hält das für einen Teil der Allgemeinbildung. Dabei ist sein Ziel, Menschen in finanziellen Fragestellungen auszubilden, um dadurch ein Leben in Wohlstand zu erreichen.