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„Bitcoins sind keine Alternative“: Stiftung Warentest fällt hartes Urteil

Von Befürwortern wird die Kryptowährung Bitcoin gern als „digitales Gold“ bezeichnet. Die Stiftung Warentest sieht das anders. Sie fällt ein vernichtendes Urteil gegenüber dem Bitcoin und spricht ihm unter anderem ein „Mindestmaß an Verlässlichkeit“ ab, das eigentlich Grundlage für eine Anlageklasse sein sollte, in die das eigene hart verdiente Geld investiert wird. Auch die Noble Metal Factory (NMF OHG) sieht den Bitcoin keinesfalls auf Augenhöhe mit Gold und anderen Edelmetallen.

Die zahlreichen Schwächen vom Bitcoin

Sein vermeintlicher Kosename vom „digitalen Gold“ kam nicht grundlos zustande. Fans der Kryptowährung begründen es damit, dass der Bitcoin deflationär ist. Es gibt also nur eine bestimmte Menge der Kryptowährung und diese wird nie überschritten. Damit ist eine eindeutige Abgrenzung zum Papier-Geld ersichtlich, welches die Notenbanken nach Belieben vermehren können – zuletzt geschehen während der Corona-Pandemie.

Die Bezeichnung entstand aber auch aus einer Notwendigkeit heraus. Ursprünglich sollte der Bitcoin als ein einfaches Zahlungsmittel dienen, das von Banken und Notenbanken los gelöst agiert. Dies klappte aber zu keinem Zeitpunkt fehlerfrei. In seinen Anfängen wurde der Bitcoin kaum akzeptiert, war vor allem eine Schattenwährung für den Schwarzmarkt. Später konnte der Bitcoin zwar mehr Akzeptanzstellen vorweisen, jedoch verteuerten sich die Transaktionen maßgeblich. Zur Erinnerung: Jede Transaktion einer bestimmten Menge von Bitcoin muss mit Rechenleistung (das sogenannte „Mining“) abgesichert werden.

Dieses Mining war es, das dem Bitcoin gleich auf zweierlei Art und Weise zum Verhängnis wurde. Mit immer mehr Bitcoin und einem Volumen explodierte die notwendige Rechenleistung. Plötzlich fielen pro Transaktion umgerechnet bis zu 50 Euro an. Für kleinere Zahlungen war das völlig unwirtschaftlich und für größere war es nicht günstiger als vorhandene Alternativen. Gleichzeitig geriet der Bitcoin immer weiter in die Kritik. In Zeiten eines globalen Energiewandels und europäischer Energieknappheit war es kaum zu rechtfertigen, wie viel Energie in die Rechenleistung vom Bitcoin gesteckt wird, ohne Produktivität oder Wirtschaftsleistung zu erzielen.

Für Anleger bietet der Bitcoin keine Absicherung

Zurück zum aktuellen Urteil der Stiftung Warentest. Sie hat die eben dargestellten Umstände ebenso berücksichtigt, wie sie die Kryptowährung als Anlageinstrument unter die Lupe nahm. Schwerpunkt der Betrachtung war die Investition für Privatanleger, die ihr Geld vor Inflation schützen möchten. Dazu eignet sich das vermeintliche „digitale Gold“, laut Stiftung Warentest, nicht.

Die Vertreter der Stiftung Warentest halten den Bitcoin (sowie andere Kryptowährungen) für äußerst spekulativ. Er unterliegt unglaublichen Schwankungen, stärker als beispielsweise die weltweiten Aktienmärkte. Das allein zerstört den Gedanken von einem verlässlichen Werterhalt, denn der ist nicht mehr gegeben, wenn die Kurse innerhalb weniger Wochen jederzeit um 20 oder 30 % einbrechen können.

Des Weiteren kritisiert die Stiftung Warentest einen Umstand, den Noble Metal Factory (NMF OHG) teilt: Der Bitcoin sichert keinerlei wirklich existierende Werte ab. Immobilien existieren tatsächlich. Aktien von Unternehmen sind an die Wirtschaftsleistung dieser gekoppelt. Edelmetalle, wie Gold, haben sich seit Jahrhunderten bewährt und sind begrenzt vorhanden. Hinter dem Bitcoin steht zunächst einmal gar nichts. Es ist daher schwer vorstellbar, dass ein „leerer“ Wert in Krisenzeiten Absicherung bietet. Vergangene Krisen zeigen, dass Anleger eher schnellstmöglich aus allem flüchten, das sich nicht fassen lässt.

Kein verlässlicher Inflationsschutz

Die jüngste Inflationsrate in Deutschland beträgt ca. 7 %. Jetzt gilt als oberste Priorität, die eigene Kaufkraft zu erhalten. Das funktioniert hervorragend mit Edelmetallen. Das Team von Noble Metal Factory (NMF OHG) weiß um die lange und verlässliche Geschichte von Gold und Co., denen es über Jahrhunderte gelang, die Kaufkraft zu erhalten. Der Bitcoin hat bisher keine einzige Krise überstanden. Im Gegenteil: Bei jüngsten Kurseinbrüchen an den Aktienmärkten hat er noch stärker nachgegeben – das ist keine verlässliche Maßnahme gegen verlorene Kaufkraft durch Inflation.

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Autor: Ronny Wagner

Ronny Wagner ist Finanz-Blogger, Geldcoach, Inhaber des Edelmetallhändlers Noble Metal Factory und Gründer der „Schule des Geldes e.V.“. Er widmet sich seit 2008 dem Thema „Finanzbildung“ und hält das für einen Teil der Allgemeinbildung. Dabei ist sein Ziel, Menschen in finanziellen Fragestellungen auszubilden, um dadurch ein Leben in Wohlstand zu erreichen.