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Amerika lebt in großem Stil auf Pump: Die USA stehen nunmehr mit 20 Billionen Dollar in der Kreide

Die Ursache trägt einen Namen: Harvey. Der gewaltige Tropensturm, der vor wenigen Wochen Florida verwüstete, hat zu einer drastischen Erhöhung der US-Staatsverschuldung geführt. Wegen der notwendigen Hilfspakete zur Beseitigung aufgetretener Schäden kamen Präsident Trump und die Fraktion der Demokraten kürzlich überein, die Schuldenobergrenze für die kommenden drei Monate um 318 Milliarden US-Dollar anzuheben. Was den Opfern von Harvey helfen kann, bedeutet für das wohl mächtigste Land der Welt zugleich, nunmehr mit satten 20 Billionen Dollar in der Kreide zu stehen.

Die magische Grenze wurde in nur einer Nacht überschritten

20 Billionen US-Dollar. So hoch beläuft sich die Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten von Amerika seit dem 8. September 2017. Dass diese magische Grenze so rasch und quasi in einer einzigen Nacht überschritten worden ist, mag auf den ersten Blick auf die Folgen der schweren Hurrikanschäden zurückzuführen sein. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber, dass sich das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ seit Jahren auf einem Kurs zunehmender Staatsverschuldung befindet. Verantwortlich dafür ist mitnichten der amtierende Präsident Donald Trump, sondern eine ungute Mischung aus fragwürdiger Finanzpolitik und offenbar nicht bis ins Detail durchdachter Sozialmaßnahmen. Bemerkenswert ist, dass während der Amtszeit von Präsident Obama (2008 bis 2016) die Staatsschulden der USA um fast 10 Billionen Dollar angestiegen sind – eine Summe, für die zuvor 27 Jahre nötig waren.

Mit Tricks die Schulden optisch begrenzen

Mittlerweile ist das finanzielle Defizit der USA so groß und so verflochten, dass ein Stopp der Schulden-Neuaufnahme oder gar ein Schuldenabbau im Grunde undenkbar geworden sind. Aufgrund bestehender und vom Kongress der Vereinigten Staaten festgesetzten Obergrenzen für die Staatsverschuldung sieht es zwar auf dem Papier so aus, als gäbe es tatsächlich stabile wirtschaftliche Phasen. In Wahrheit arbeitet das US-Finanzministerium jedoch in vielen Fällen mit sogenannten „außerordentlichen Maßnahmen“, wie beispielsweise einer Verzögerung der Begleichung von offenen Rechnungen. So können die nominalen Schulden nach außen hin auf einem exakt definierten Niveau gehalten werden. Dieses lag zuletzt bei 19,844 Billionen US-Dollar und wurde durch die Maßnahmen der Hurrikan-Hilfe nun auf 20,162 Billionen US-Dollar angehoben; die Grenze der 20 Billionen ist damit zum ersten Mal in der Geschichte der USA überschritten worden.

Der Crash wird kommen

So wie die USA leben viele Staaten ausschließlich auf Pump. Im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung spielt dabei zweifellos auch die Tatsache eine große Rolle, dass die Notenbanken (Fed wie EZB gleichermaßen) Monat für Monat riesige Mengen Geld in den Finanzkreislauf fließen lassen. Geld, welches praktisch keinen Gegenwert besitzt. Wie lange eine solche (globale) Spekulation noch gutgehen wird, bleibt abzuwarten. Fakt aber ist, dass der Zusammenbruch früher oder später kommen muss. Und das vermutlich in gigantischem Ausmaß und mit unabsehbaren Folgen vor allem für Kleinsparer und Besitzer mittlerer Vermögensmassen. Während die wirklich Reichen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen Weg finden werden, ihre Schäfchen ins Trockene zu holen, steht Otto Normalanleger vor dem Scherbenhaufen seiner mühsam zusammengetragenen Altersvorsorge. Damit die Tragweite eines solchen Ereignisses sich einigermaßen begrenzen lässt, ist ein kluger Umgang mit dem eigenen Vermögen daher unverzichtbar. Es empfiehlt sich deshalb, so bald wie möglich eine umfassende und kompetente Beratung hinsichtlich der privaten Finanzangelegenheiten in Anspruch zu nehmen.

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Autor: Ronny Wagner

Ronny Wagner ist Finanz-Blogger, Geldcoach, Inhaber des Edelmetallhändlers Noble Metal Factory und Gründer der „Schule des Geldes e.V.“. Er widmet sich seit 2008 dem Thema „Finanzbildung“ und hält das für einen Teil der Allgemeinbildung. Dabei ist sein Ziel, Menschen in finanziellen Fragestellungen auszubilden, um dadurch ein Leben in Wohlstand zu erreichen.