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Aktien und Investmentfonds : Lizenz zum Gelddrucken oder Kapitalvernichtungs-Spektakel?

Auf den ersten Blick scheinen die Aktienmärkte gegenwärtig eine positive Perspektive zu bieten: Die Wirtschaft brummt, andere Geldanlagen werden oft als kaum lukrativ angesehen und große Investoren stecken eine Menge Geld in den Erwerb von Unternehmensanteilen. In der Folge steigen die Kurse der meisten Aktien scheinbar immer weiter an. Ob der Deutsche-Aktien-Index DAX oder der amerikanische Dow Jones – überall scheinen Gewinne in der Luft zu liegen. Vor allem aufstrebende Start-ups und innovative Newcomer aus den USA versprechen schnellen Reichtum. Doch letztlich wird es kommen, wie es schon so oft kam: der Markt wird mit gigantischem Spektakel zusammenbrechen, alle werden jammern und die Privatanleger die Dummen sein.

Aufspringen, wenn der Gipfel schon erreicht ist

Es scheint ein fatales Naturgesetz zu sein: Die meisten unbedarften und gutgläubigen Privatanleger kaufen immer dann Aktien und Aktienfonds, wenn der Markt sich am oberen Limit befindet. Die beachtlichen Kursanstiege vorangegangener Monate und Jahre lassen offenbar auch den letzten Skeptiker seine Vorbehalte beiseite legen und investieren. Hoffnungsfroh wird nun Geld ausgegeben und darauf gewartet, dass es sich möglichst schnell vermehrt.

Vor allem Investmentfonds, die eine bestimmte Zahl von Einzelwerten beinhalten, erfreuen sich in letzter Zeit unter Privatanlegern zunehmender Beliebtheit. Der scheinbare Vorteil dieser Papiere liegt vor allem in einer Streuung des angelegten Kapitals auf mehrere Unternehmen. Doch Vorsicht! Was flüchtig betrachtet aussieht wie eine Lizenz zum Gelddrucken, kann sich sehr schnell zu einem Kapitalvernichtungs-Spektakel immensen Ausmaßes entwickeln.

Ein fataler Fehler: Kaufen ohne Risikoabwägung

Anleger, die sich für Investmentfonds entscheiden, machen sich zumeist keinerlei Gedanken über die wirtschaftliche Situation der Unternehmen, deren Anteile sie mit den Investmentfonds erwerben. Damit wird jedoch der wichtigste Grundsatz jedes Aktien– und Wertpapierinvestments missachtet: Die Risikoabwägung. Viele unbedarfte Privatanleger kaufen mehr oder weniger blind Anteile eines ihnen von Bankmitarbeitern oder sogenannten „Börsen-Experten“ empfohlenen Index. Wie es um die tatsächliche wirtschaftliche Lage der gelisteten und im Investmentfonds enthaltenen Unternehmen bestellt ist, wird dabei vollkommen außer Acht gelassen. Nach dem Motto „Der Fondsmanager wird schon machen“, fließt bedenkenlos gutes Geld in nicht immer ganz so bedenkenlos wirtschaftende Firmen. Ein Vorgehen, welches sich irgendwann bitter rächen kann, denn spätestens wenn die Investmentfonds-Blase platzt, wird sich der wahre Wert der im Index gelisteten Unternehmen zeigen. Und dann dürfte für so manche Investoren ein böses Erwachen drohen.

Eine Illusion von Liquidität

Solange sich Angebot und Nachfrage die Waage halten, sind die Kursausschläge bei Investmentfonds-Papieren moderat. Auch sind durchaus Gewinne möglich. Aber zu einem bestimmten Zeitpunkt wird sich die tatsächliche Sachlage durchsetzen. Die Illusion von der täglichen Liquidierbarkeit von Investmentfondsanteilen, auf die nicht wenige Investoren hereingefallen sind, wird sich in Schall und Rauch auflösen. Nun zeigt sich, wie es um die wahre Wirtschaftskraft der im Investmentfonds enthaltenen Unternehmen bestellt ist. Schnell kommt es vor allem von Seiten institutioneller Anleger zu einem rasanten Abstoßen der Papiere – der Kurs fällt, die Verluste sind nicht mehr aufzuhalten. Wahrscheinlich wird in diesem Moment der § 98 KAGB (Kapitalanlagegesetzbuch) bei einigen dieser Investmentvehikel zur Anwendung gelangen. Die Rücknahme der Anteile durch die Investmentgesellschaft wird ausgesetzt. Die Marktbereinigung bei den offenen Immobilienfonds, die im Jahr 2008 begann, lässt grüßen. Denkbar ist, dass im nächsten Börsenabschwung auch Aktien-, Renten- oder Geldmarktfonds durch diesen Paragraphen ausgebremst werden. Alles ist möglich. Mehr zu diesem Thema finden Sie unter www.geldeiszeit.de

Gutes Geld in gute Werte investieren!

Unerfahrene Privatanleger sollten mit Aktieninvestments und Investmentfonds also sehr vorsichtig sein. Wie die Vergangenheit schon mehrfach sehr eindrücklich gezeigt hat, droht unter Umständen sogar ein Quasi-Totalverlust.

Die Weltwirtschaft ist im Wandel, was heute Top ist, kann morgen schon Flop sein. Insofern empfiehlt es sich, lieber in Werte zu investieren, die langfristig Sicherheit und Vermögenserhalt versprechen. Mit einer Anlage in physische Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin und Palladium schaffen sich Privatanleger einen guten Grundstock. Es ist daher sehr lohnenswert, die eigene Anlagestrategie kritisch zu beleuchten und dann die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Wenn Sie Fragen haben, schreiben Sie uns einfach eine E-Mail oder aber Sie sprechen uns direkt unter 035752 949518 an.

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Autor: Ronny Wagner

Ronny Wagner ist Finanz-Blogger, Geldcoach, Inhaber des Edelmetallhändlers Noble Metal Factory und Gründer der „Schule des Geldes e.V.“. Er widmet sich seit 2008 dem Thema „Finanzbildung“ und hält das für einen Teil der Allgemeinbildung. Dabei ist sein Ziel, Menschen in finanziellen Fragestellungen auszubilden, um dadurch ein Leben in Wohlstand zu erreichen.