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Nur Bares ist Wahres oder Papiergold vs. physisches Gold

Weniger als 0,5 Prozent der Investoren haben ihre Vermögenswerte durch die Investition in physisches Gold abgesichert. Offensichtlich setzen die meisten Anleger darauf, dass die gigantische Schuldenblase, die sich aufgetürmt hat, in der Zukunft halten wird. Diese Hoffnung ist aber äußerst gewagt. 

Die meisten Vermögensmärkte – von Aktien und Anleihen bis hin zu Immobilien – markieren historische Allzeithochs. Anleger schätzen das Risiko eines Crashs als sehr gering ein. Aber diese Sicherheit ist trügerisch. Denn viele Wirtschaftsexperten sagen eine Wirtschaftskrise oder Inflation voraus. Die Gefahr eines Zusammenbruchs einzelner Märkte oder der gesamten Volkswirtschaft ist real und omnipräsent. Daher ist es unbedingt erforderlich, Vermögenswerte abzusichern. 

Versicherung ist zur Zeit preiswert

Da die Märkte und die Versicherungen die Risiken gering bewerten, ist der Zeitpunkt für den Kauf von Versicherungsprodukten optimal. Denn unterbewertete Produkte sind preiswert. Die traditionellen Anlageprodukte sind Derivate. Das Problem dabei: Investments werden mit solchen Instrumenten abgesichert, die für die Entstehung der Risiken überhaupt erst verantwortlich sind, zum Beispiel Papiergold. Dies ist eine paradoxe Strategie. Die Finanzkrise von 2007/2008, die die Weltwirtschaftskrise in 2008/2009 verursachte, entstand durch ein Geflecht aus voneinander abhängigen Derivaten, von denen sich viele als völlig wertlos herausstellten.

Bewährte Formen der Absicherung

Ein Versicherungsprodukt sollte in seiner Gestalt gerade nicht dem abzusichernden Risiko entsprechen. Mit anderen Worten: Es sollte sich nicht um ein korreliertes Asset handeln. Außerdem empfehlen sich Anlageformen, die sich in der Vergangenheit bewährt haben. Welche Art der Versicherung erfüllt diese Anforderungen? Physisches Gold ist ein echter sicherer Hafen und die letzte wirkliche Instanz in einem extrem fragilen Finanzsystem, bei der Vermögensschutz und Versicherung bestmöglich kombiniert werden. Die Kaufkraft des Edelmetalls ist über Jahrtausende erhalten geblieben.

Während der siebziger Jahre stieg der Goldpreis von 35 Dollar auf über 800 Dollar. Von diesem Höchststand aus fiel der Kurs und erreichte 1999 einen Wert von 250 Dollar. Zu dieser Zeit verkauften sogar die Zentralbanken das Edelmetall. Nach der Jahrtausendwende wurde Gold als unterbewertetes und wenig begehrtes Asset eingeschätzt. Viele Anleger nutzten daher den günstigen Zeitpunkt, um in physisches Gold zu investieren. Von da an hob der Goldpreis förmlich an und erreichte in den letzten Jahren die 2.000 Dollar-Marke. 

Papiergoldmarkt bietet nur Scheinsicherheit 

Der Papiergoldmarkt wiegt die Anleger in einer falschen Sicherheit, indem er suggeriert, er sei durch natürliches Gold gedeckt. Echtes Gold benötigt keinen Papiermarkt, um zu funktionieren. Das Vertrauen, das Papiergold bei vielen Anlegern noch genießt, ist nicht begründet. Der Papiermarkt steht einer natürlichen Preisbildung im Weg. Letztlich kann der Investor am Papiergoldmarkt das gelbe Edelmetall mit einem extrem günstigen Aufgeld im Vergleich zum Aufgeld des physischen Marktes erwerben. Doch werden hier lediglich Buchgoldansprüche gekauft. Ein kleiner aber immens wichtiger Unterschied. Wahrscheinlich haben sie die Redensart „nur Bares ist Wahres“ schon einmal gehört. Damit ist gemeint, dass „Bares“ die einzige unverfälschte Kennzahl in unserem Finanzuniversum darstellt und Buchgeld oder Giralgeld lediglich ein „Derivat“ des Bargeldes mit unterm Strich schlechteren Eigenschaften repräsentiert . Diesen einfachen Zusammenhang kann man eins zu eins auf den Goldmarkt übertragen. Hier stellt das physische Gold das „Bare“ dar und das Papiergold ist das „Buchgeld“. 

Der Papiergoldmarkt ist anfällig für Korruption. Von diesem „Parallel-Markt“ profitieren die Zentralbanken, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und die Bullionbanken. Kurzfristig mag der Papiergoldmarkt in Konkurrenz zu dem Markt für physisches Gold stehen. Langfristig kann ein solcher künstlicher Markt aber nicht bestehen. In der Wirtschaftsgeschichte findet sich dafür kein einziges Beispiel. Daher hat das künstliche Papiergold keine Zukunft.

Massives Ungleichgewicht zwischen Papiergold und physischem Gold

Nach eigenen Angaben haben die Zentralbanken einen Bestand an physischem Gold im Umfang von über 34.000 Tonnen, was einem Wert von zwei Billionen Dollar entspricht. Eine objektive Überprüfung dieser Daten ist aber nicht möglich. Etwa die Hälfte dieses Wertes wurde wahrscheinlich an den Markt verliehen oder heimlich verkauft. Entsprechend unwahrscheinlich ist es, dass diese 17.000 Tonnen in physischer Form zu den Zentralbanken zurückkehren werden. Die ausgegebene Menge an Papiergold dürfte die von den Banken gehaltenen Mengen an physischem Gold um den Faktor 100 übersteigen. Schaut man sich beim kleinen Bruder von Gold, dem Silber, um, sind diese Verhältnisse noch größer. Das weltweite Papiersilber-Handelsvolumen im Jahr 2020 laut Silver Institute World Silber Survey betrug 7,3 Millionen Tonnen Papiersilber. Demgegenüber betrug die physische Silbernachfrage in 2020 30.060 Tonnen. Hier überstiegen die Buchsilberansprüche das physische gehandelte Silber um den Faktor 243.

Durch ein solches Ungleichgewicht ist die Katastrophe schon vorprogrammiert. Sobald der Markt verlangt, das Gold oder Silber in physischer Form auszugeben, werden reihenweise leere Tresore zum Vorschein kommen und viele Investoren, die sich mit ihrem Investment in Sicherheit gewogen haben, werden leer ausgehen. Dann wird der Wert des Papiergoldes gegen Null gehen. Im Gegenzug wird der Wert des physischen Goldes und Silbers in die Höhe schießen.

Fiat-Währung vs. Warengeld

Eine Fiat-Währung ist ein von der Regierung festgelegtes Zahlungsmittel (z. B. US-Dollar, Euro, Schweizer Franken). Sie ist nicht an den Preis eines physischen Rohstoffs wie Gold oder Silber gebunden. Demgegenüber hat Warengeld einen inneren Wert. Der Wert einer Fiat-Währung basiert allein auf dem Vertrauen in eine Regierung oder Zentralbank. Dies ist der Glaube, dass das Geld zu jeder Zeit gegen Waren im entsprechenden Wert getauscht werden könnte. Bislang hat eine Fiat-Währung noch nie in ihrer ursprünglichen Form überlebt. Es ist deshalb zu erwarten, dass es auch früher oder später zur Zerstörung jeder Fiat-Währung kommen wird. Es gibt also weder einen starken Dollar noch einen starken Euro. 

Den richtigen Zeitpunkt nicht verpassen

Da Gold im Vergleich zu anderen Anlageformen bewährt und solide ist, sollte der richtige Zeitpunkt für die Investition nicht verpasst werden. Fatal wäre es, den Kauf so lange aufzuschieben, bis das befürchtete Risiko eingetreten ist. Dies wäre ungefähr so, wie wenn ein Hausbesitzer den Abschluss einer Brandschutzversicherung hinauszögert, bis ein Feuer in den eigenen vier Wänden ausbricht. Schon viele Investoren waren überzeugt, dass der Goldpreis fallen würde, warteten ab und stellten dann fest, dass sie den günstigsten Zeitpunkt verpasst hatten. Nehmen Sie auch ruhig die im Vergleich zu Buchgold oder Buchsilber höheren Aufgelder in Anspruch. Denn um es mit einer weiteren Redensart zu sagen: „Was man hat, das hat man.“ Mit physischem Gold und Silber hat man einfach ein sehr gutes Gefühl dabei, weil einem niemand mehr die Sache streitig machen kann. 

Gold ist weit mehr als nur Versicherung

Physisches Gold ist in diesen Zeiten nicht nur der optimale Vermögensschutz, sondern zugleich auch eine lukrative Anlage. Wenn ein Asset unterbewertet ist, dann ist der Zeitpunkt für die Investition exakt richtig. Physisches Gold hat den Charme, dass es nach dem Kauf keine Mühe bereitet. In Relation zum Geldangebot im US-Dollarraum ist Gold heute so preiswert wie im Jahr 1971 und zur Jahrtausendwende. Gold lügt nicht – im Unterschied zu Papiergold! 

Fazit

Alle Fiat-Währungen sind vergänglich. Daher stellt auch in diesen Zeiten physisches Gold eine wesentliche Absicherung für Anleger dar. Dagegen eignet sich Papiergold nicht, um Vermögenswerte zu schützen. Gegenwärtig unterschätzt der Markt die Risiken eines Crashs oder eines größeren Abschwunges in erheblichem Umfang. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen ist der Zeitpunkt optimal, um in echtes Gold zu investieren. Gold ist ein Anker der Stabilität in den chronisch defekten Währungssystemen. Legen Sie sich das Original anstatt einer Kopie zu.

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Autor: Ronny Wagner

Ronny Wagner ist Finanz-Blogger, Geldcoach, Inhaber des Edelmetallhändlers Noble Metal Factory und Gründer der „Schule des Geldes e.V.“. Er widmet sich seit 2008 dem Thema „Finanzbildung“ und hält das für einen Teil der Allgemeinbildung. Dabei ist sein Ziel, Menschen in finanziellen Fragestellungen auszubilden, um dadurch ein Leben in Wohlstand zu erreichen.