1x1 der Finanzen Blog

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Der deutsche Wohlstand wankt

Erstes Handelsbilanzdefizit seit 2008 stellt deutsches Wirtschaftsmodell in Frage.

Es war eine Meldung, die nicht überraschte, aber dennoch schockierte: Erstmals seit 2008 – dem Jahr der Finanzkrise – hat das Statistische Bundesamt für Mai ein Handelsbilanzdefizit bekannt gegeben. Importen in Höhe von 126,7 Milliarden Euro standen 125,8 Milliarden Euro an Exporten gegenüber. Die Einfuhren entsprachen einem Zuwachs von 27,8 Prozent und die Ausfuhren von nur 11,7 %. Für eine exportorientierte Wirtschaft wie Deutschland sind die Zahlen katastrophal.

Verantwortlich waren vor allem Kostensteigerungen für deutsche Produkte, die sich nicht vollständig an internationale Kunden weiterreichen lassen. Die Kostensteigerungen wiederum hatten ihre Hauptursache in unterbrochenen Lieferketten. Im Effekt bedeutet das Handelsbilanzdefizit: Deutsche Produkte sind im kompetitiven Weltmarkt preislich teilweise nicht mehr wettbewerbsfähig. DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier macht klar, dass es sich hier nicht um einen Ausrutscher handelt. Er betrachtet den Exportabschwung in Deutschland als eingeläutet.

Erzeugerpreise steigen um mehr als 36 Prozent

Angesichts der Probleme bei den Lieferketten ist es wenig verwunderlich, dass die Erzeugerpreise im Mai wieder einen extremen Anstieg verzeichneten. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag der Zuwachs bei 36,3 Prozent und damit nur knapp unter dem im April markierten Spitzenwert von 37,2 Prozent. Rund die Hälfte des Anstiegs entfiel auf Energie. Hier lag der Zuwachs bei unfassbaren 94,4 Prozent. Doch auch exklusive der Energie war der Anstieg mit 16 Prozent noch sehr deutlich. Bei industriellen Vorleistungsgütern belief sich die Teuerung auf 25 Prozent.

Es wird noch eine Weile dauern, bis diese Anstiege vollends auf die Konsumentenpreise durchschlagen, die ihrerseits die Basis für die Berechnung der Inflation darstellen. Die Erwartung fallender Inflationsraten scheint in jedem Fall unbegründet. Als ominöses Datum kann der 1. Oktober gelten. Dann beginnt hierzulande offiziell die Heizperiode. Das Szenario eines vollständigen Ausfalls russischen Gases im nächsten Herbst und Winter beschreibt selbst Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck nach anfänglichem Zweckoptimismus inzwischen mit düsteren Worten.

Anleger schützen sich durch Goldkauf

Aus Sicht der Anleger bestätigen die jüngsten Zahlen nur das negative Umfeld, das im ersten Halbjahr zu historischen Rückgängen an den Börsen geführt hatte. Wer versuchte, durch das Prinzip „Buy the dips“ besonders gute Einstiegskurse zu erwischen, wurde ein ums andere Mal mit noch tieferen Kursen abgestraft.

Deutlich besser konnte sich der Goldpreis halten. Das Edelmetall befindet sich in einer Seitwärtsbewegung, die seit gut zwei Jahren mit moderaten Auf- und Abwärtsbewegungen Gewinne und Verluste unter 15 % recht regelmäßig verteilt. Die jüngsten Kursrücksetzer führten an das untere Ende dieser Range, sodass hier tatsächlich gute Kaufkurse gegeben zu sein scheinen.

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Autor: Ronny Wagner

Ronny Wagner ist Finanz-Blogger, Geldcoach, Inhaber des Edelmetallhändlers Noble Metal Factory und Gründer der „Schule des Geldes e.V.“. Er widmet sich seit 2008 dem Thema „Finanzbildung“ und hält das für einen Teil der Allgemeinbildung. Dabei ist sein Ziel, Menschen in finanziellen Fragestellungen auszubilden, um dadurch ein Leben in Wohlstand zu erreichen.