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Anleger investieren vermehrt in Kleinstbarren – was sind die Gründe?

Sicherlich kennen auch Sie die Szene aus diversen Filmen oder Reportagen: Wenn über Goldbestände berichtet wird, dann wird in der Regel ein großer Tresor dargestellt, der eine Reihe ebenfalls großer Goldbarren beinhaltet. Diese Barren haben für gewöhnlich ein Gewicht zwischen einem und 12,4 Kilogramm (400 Unzen). 

In der Praxis besitzen allerdings relativ wenig Anleger die finanziellen Möglichkeiten, um sich tatsächlich einen 1-Kilo-Goldbarren im Gegenwert von immerhin aktuell rund 50.000 Euro in den Tresor zu legen. Es gibt aber noch andere Gründe, warum derzeit insbesondere die sogenannten Kleinstbarren immer beliebter werden.

Große Bandbreite bei den Edelmetall-Barren 

Sowohl bei den Silber- als auch bei den Goldbarren gibt es am Markt eine relativ große Bandbreite. Insbesondere bei Online-Edelmetallhändlern können sich die Kunden zum Beispiel beim Gold zwischen den folgenden Gewichten und somit Barren entscheiden:

  • 1 Gramm
  • 5 Gramm
  • 10 Gramm
  • 1 Unze (ca. 33 Gramm)
  • 50 Gramm
  • 100 Gramm
  • 500 Gramm
  • 1 Kilogramm

Im Prinzip gibt es also für jeden Geldbeutel den passenden Barren aus Gold. Während sich vor allem Unternehmen, institutionelle Investoren und vermögende Privatanleger durchaus häufiger für einen 500- oder 1.000-Gramm-Goldbarren entscheiden, sind beim durchschnittlichen Anleger, beim Kleinanleger und auch beim Sparer vor allem die sogenannten Kleinstbarren in den letzten Monaten und auch bereits im vergangenen Jahr immer beliebter geworden. 

Worum handelt es sich bei Kleinstbarren?

Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich bei Kleinstbarren um sehr kleine Barren, zum Beispiel aus Gold. Damit ist zwar unter anderem auch die Größe gemeint, aber vor allen Dingen zeichnet die Kleinstbarren ein recht geringes Gewicht des Goldes und somit ein ebenfalls verhältnismäßig geringer Gegenwert aus. Auf Grundlage des aktuellen Goldpreises für eine Unze in Höhe von etwa 1.520 Euro hätten die folgenden drei Goldbarren, die in den Bereich der Kleinstbarren fallen, folgende Gegenwerte:

  • 1 g Goldbarren: ca. 50 Euro
  • 2 g Goldbarren: ca. 100 Euro
  • 5 g Goldbarren: ca. 250 Euro

Insbesondere Goldbarren mit einem Gewicht von lediglich einem Gramm haben in letzter Zeit bei einigen Anlegern und auch Sparern großen Anklang gefunden, die physisch in Edelmetalle investieren möchten. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Kleinstbarren auch für Sparer und Kleinanleger bestens geeignet

Die meisten Anleger in Deutschland sind sogenannte Normalverdiener, die entweder ein durchschnittliches Vermögen zwischen 2.000 und 20.000 Euro besitzen oder alternativ damit beginnen, durch regelmäßiges Sparen langsam Vermögen aufzubauen. Diese Menschen sind gleichzeitig die Hauptzielgruppe der ausgegebenen Kleinstbarren, denn sie möchten entweder einmalig Summen im Bereich zwischen 2.000 und 5.000 Euro investieren oder alternativ regelmäßig physisches Gold erwerben. Für diese Person kommen natürlich bereits 50-Gramm-Goldbarren selten infrage, denn ein Barren aus Gold hat derzeit mit diesem Gewicht einen Gegenwert von über 2.500 Euro. 

Bestens geeignet sind hingegen Kleinstbarren, denn hier beginnt der 1-Gramm-Goldbarren bereits mit einem Gegenwert von ca. 50 Euro. Das wiederum bedeutet, dass solche Kleinstbarren nicht nur für ein einmaliges Investment, sondern sogar für den regelmäßigen Vermögensaufbau bestens geeignet sind. Dies funktioniert insbesondere über einen Edelmetallsparplan, wie ihn beispielsweise die Edelmetallboutique Noble Metal Factory offeriert. Der Kunde gibt in dem Fall lediglich den Auftrag, zum Beispiel monatlich für einen Gegenwert von 200 Euro die entsprechenden Kleinstbarren aus Gold zu erwerben.

Goldbarren als Zahlungsmittel im Krisenfall

Nicht wenige Anleger schwören deshalb auf physische Edelmetalle wie Gold und Silber, weil diese nicht nur eine durchschnittlich gute Rendite aufweisen, sondern insbesondere unabhängig vom normalen Geld- und Finanzsystem sowie den Börsen sind. Daher wird physisches Edelmetall häufig als sogenannte Krisenwährung bezeichnet. 

Das bedeutet: Sollte das System der Zentralbankwährungen irgendwann zusammenbrechen oder es eine massive Geldentwertung geben, kann es durchaus passieren, dass – zumindest bevorzugt – wieder mit Gold oder Silber bezahlt werden muss. Dann wäre es natürlich in der Praxis schwierig, beispielsweise den Einkauf im Supermarkt mit einem 1-Unzen-Goldbarren zu bezahlen. Stattdessen wären unter dieser Voraussetzung Kleinstbarren ideal mit ihren Gegenwerten zwischen aktuell 50 und 250 Euro geeignet. 

Kleinstbarren einzeln oder im Set kaufen?

Insbesondere der zuvor erläuterten Grund, nämlich dass Kleinstbarren irgendwann tatsächlich ein praktikables und vielleicht sogar notwendiges Zahlungsmittel darstellen, führt dazu, dass sich immer mehr Bürger zumindest dafür entscheiden, eine Art „Reserve“ in solche kleinen Barren zu schaffen. Auch Edelmetallhändler wie die NMF OHG bieten eine große Auswahl an Kleinstbarren an. Sie haben einerseits die Möglichkeit, beispielsweise 1- oder 5-Gramm-Barren zu erwerben. Alternativ bzw. zusätzlich sind aber auch sogenannte Goldkarten bzw. Multicards im Angebot. Diese beinhalten beispielsweise jeweils zehn 1-Gramm-Goldbarren, die – bei Bedarf – einfach aus der Karte herausgelöst werden können. Inzwischen gibt es übrigens sogar in größeren Städten wie Berlin oder München die Option, an Automaten derartige Kleinstbarren zu „ziehen“.

Fazit zu Kleinstbarren aus Gold 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Kleinstbarren mehrere Vorteile haben. Daher rechnen Experten damit, dass auch in den nächsten Monaten und Jahren die Nachfrage nach solchen kleinen Barren, insbesondere aus Gold, weiter ansteigen wird. Insbesondere bei weiter steigenden Goldpreisen werden kleinere Edelmetallbarren deutlich interessanter. Immer mehr Menschen erkennen zudem die grundsätzlichen Vorteile physischer Edelmetalle, vor allem im Vergleich zu einem indirekten Investment mittels Derivaten oder sonstigen Rechten, die eben nur auf dem Papier existieren.

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Autor: Ronny Wagner

Ronny Wagner ist Finanz-Blogger, Geldcoach, Inhaber des Edelmetallhändlers Noble Metal Factory und Gründer der „Schule des Geldes e.V.“. Er widmet sich seit 2008 dem Thema „Finanzbildung“ und hält das für einen Teil der Allgemeinbildung. Dabei ist sein Ziel, Menschen in finanziellen Fragestellungen auszubilden, um dadurch ein Leben in Wohlstand zu erreichen.