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So verschärfen niedrige Zinsen die Ungleichheit

Seit der Finanzkrise sind die Reichen noch reicher geworden – vor allem dank Aktiengewinnen. Die dafür verantwortliche Europäische Zentralbank wiegelt ab. Die Experten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) formulieren vorsichtig, doch gerade dieser Umstand mag die Brisanz ihre Botschaft nur noch unterstreichen. „Die Vermögensungleichheit ist größer geworden seit der großen Finanzkrise. Ein Hauptgrund sind die steigenden Aktienkurse“, heißt es in einem Aufsatz des BIZ-Quartalsberichts, der am Sonntag in Basel veröffentlicht wurde. „Es liegt somit die Vermutung nahe, dass die Geldpolitik zu dieser Ungleichheit beigetragen hat.“

Die Europäische Zentralbank (EZB) und andere Notenbanken der Industriestaaten fluten die Finanzmärkte seit Jahren mit billigem Geld. Die EZB hat sogar einen Strafzins eingeführt, der Banken zwingen soll, ihre Einlagenüberschüsse als Kredit auszugeben. So soll die Wirtschaft in der Euro-Zone angekurbelt werden. Die niedrigen Zinsen führen dazu, dass Anleger ihr Geld in die Aktienmärkte schleusen, was zu Kursgewinnen führt. Der Punktestand des Dax hat sich seit dem Höhepunkt der Finanzkrise 2009 mehr als verdreifacht. Die Reichen wurden somit noch reicher, denn meist besitzen nur sie Aktien. Die anderen Teile der Gesellschaft bleiben häufig außen vor.

Ex-Chefvolkswirt der BIZ sagte Finanzkrise voraus

Die BIZ betont, dass sie als Organisation nicht „notwendigerweise“ hinter diese These stehe. Verantwortlich seien die drei Autoren, die bei der BIZ beschäftigt sind. So richtig distanzieren will sich die BIZ aber auch nicht, denn immerhin hat man den Aufsatz mit in den Quartalsbericht aufgenommen. Die 1930 gegründete BIZ mit Sitz in Basel ist die Zentralbank der Notenbanken. Bei der internationalen Bankenregulierung spielt sie eine Schlüsselrolle. Der frühere Chefvolkswirt der BIZ, William White, hat die Finanzkrise 2007 bis 2010 schon Jahre vor ihrem Ausbruch vorhergesehen. Doch seine Warnungen wollte damals kaum jemand hören. Bei der EZB ist man sich dieser verteilungspolitischen Effekte bewusst. Die Geldpolitik begünstige die Eigentümer von Aktien.

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Autor: Ronny Wagner

Ronny Wagner ist Finanz-Blogger, Geldcoach, Inhaber des Edelmetallhändlers Noble Metal Factory und Gründer der „Schule des Geldes e.V.“. Er widmet sich seit 2008 dem Thema „Finanzbildung“ und hält das für einen Teil der Allgemeinbildung. Dabei ist sein Ziel, Menschen in finanziellen Fragestellungen auszubilden, um dadurch ein Leben in Wohlstand zu erreichen.