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Das Ende des Wohlstands

Der kommende hyperinflationäre Abschwung wird das Ende einer fast 200-jährigen Zeitspanne des Wachstums in der westlichen Welt markieren. Die derzeitig einsetzende Deflation ist nur ein Vorbote der kommenden Hyperinflation. Die Angst vor einem deflationären Kollaps zwingt Notenbanken zum Geld drucken. Die Weltwirtschaft steht vor einem starken Abschwung, welcher die Verluste zwischen 2007 und Anfang 2009 vermutlich in den Schatten stellen wird. Das globale Finanzsystem wird seit einiger Zeit durch Milliarden von gedruckten Dollar künstlich am Leben gehalten. Aber dieser Effekt des gewaltigen Gelddruckens ist äußerst kurzlebig. Dennoch werden die Regierungen weiterhin Geld drucken, da dies die einzige ihnen bekannte Möglichkeit ist. Deswegen werden wir bald in eine enorme Gelddruckphase kommen. Aber auch das wird die westliche Welt nicht vor einem starken Abschwung bewahren.
Das Ende der Epoche

In den letzten 100 Jahren hat die westliche Welt ein nie vorher dagewesenes Wachstum der Produktion und Innovation erlebt. Dies führte zu einem deutlichen Anstieg der Lebensqualität. In diesem Zeitraum wuchsen die öffentlichen und privaten Schulden exponentiell und führten zu einem steilen Anstieg der Inflation im Vergleich zu den Jahrzehnten zuvor. Seit der Gründung der FED im Jahr 1913 stiegen die Schulden bezüglich des BIP nur allmählich. Aber seit Nixon 1971 die Golddeckung des Dollar abschaffte, kam das Wachstum hauptsächlich aus dem Schuldenmachen und nicht mehr aus realwirtschaftlichem Wachstum.

Nach den Jahren des Wohlstands werden die Industrienationen wohl in den nächsten Jahren eine längere Rezession ertragen müssen. Allen Maßlosigkeiten in der Wirtschaft und Gesellschaft wird ein Ende gesetzt werden. Die meisten Menschen glauben und hoffen jedoch, dass solche Trendwenden heutzutage wegen den der Regierung zur Verfügung stehenden Mitteln nicht möglich sind. Nur sehr wenige Menschen verstehen, dass es genau diese staatlichen Regulierungen und das Gelddrucken der Notenbanken sind, die unsere Probleme verursacht haben. Sie verstehen wenig davon, dass jegliche Einflussnahme und jeder gedruckte Geldschein die Probleme der Wirtschaft in vielfältiger Weise verschlimmern.

Ausweg?

Die Regierungen haben letztlich zwei Möglichkeiten: Die Ausgaben weiter erhöhen und Geld drucken oder Sparen. Für welche Option sie sich entscheiden ist belanglos, da der Umkehrpunkt längst überschritten wurde. Die Wirtschaft der westlichen Welt kann unter keinen Umständen gerettet werden. Trotzdem werden die Regierungen der Industrienationen weiterhin Geld drucken.

Die Regierung stiehlt den Menschen das Geld

Sehr wenige Menschen erkennen, dass der Druck von Geldscheinen eine Form des Diebstahls ist. Geld soll den Austausch von Gütern und Dienstleistungen ermöglichen. Es ist eine Quittung für einen Tauschvorgang, der noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Demnach zeigt der Besitz von Geld nur an, dass eine Leistung erbracht wurde, jedoch die Gegenleistung noch nicht in Anspruch genommen wurde. Durch Gelddrucken der Notenbanken entsteht Geld, ohne dass vorher eine Leistung erbracht wurde. Das passiert momentan überall auf der Welt und wird sich in den nächsten Monaten und Jahren noch beschleunigen und zu einer totalen Zerstörung des Papiergeldes führen. Papiergeld hat komplett seine Funktion als Tauschmittel und Wertbewahrer verloren.

Was folgt? Deflation, Inflation oder Hyperinflation?

Der einzige Grund warum die USA einen so großen Schuldenberg in den letzten Jahrzehnten anhäufen konnten ist der Status des Dollar als Weltwährung Nr. 1. Aus diesem Grund waren die USA in der Lage, ihre Schulden durch das Ausland finanzieren zu lassen. Die USA sind nun an einem Punkt, an dem das Ausland sich die Frage stellt, ob die USA jemals in der Lage seine werden, ihre Schulden zurückzuzahlen. Wie alle Schneeballsysteme wird auch dieses ein Ende haben – vermutlich sehr bald. Der Dollar wird dramatisch abstürzen und seinen Status als Weltleitwährung verlieren. Dadurch wird die amerikanische Regierung ihre Schulden nicht mehr finanzieren können. Dieser Prozess wird zu endlosem Gelddrucken, kollabierenden Schuldverschreibungen, deutlichen Zinsanstiegen und letztlich einem wertlosen Dollar führen.

Die derzeit einsetzende Deflation ist nur ein Vorbote der Hyperinflation. Die Angst vor einem deflationären Zusammensturz zwingt die Notenbanken dazu Geld zu drucken. Dies führt zu einem Währungskollaps, der in der Geschichte immer eine Hyperinflation verursachte.

Welche Möglichkeiten haben Anleger, sich vor diesem finalen Kollaps zu schützen?

Gold gehörte 2013 zu den großen Verlierern – das erste Mal seit zehn Jahren konnten Anleger mit der Anlageklasse keine Gewinne einfahren. Anlagestratege Dirk Müller lässt sich davon nicht beirren. Er bleibt dem „sicheren Hafen“ treu: „Meiner Meinung nach gehört Gold weiterhin in jedes Depot – nicht, um damit eine riesengroße Rendite zu erwirtschaften, sondern, um etwas zu haben, das nie wertlos wird“, erklärt Müller gegenüber dem Internetportal „finanzen.net“ am 04.02.2014 und verrät, dass er seit 2002 regelmäßig in Edelmetalle investiert. Zwar habe er zwischen 1.600 und 1.900 Dollar pro Feinunze nicht nachgekauft, die Korrektur am Goldmarkt sei aber jetzt eine Chance zum Nachkaufen. Müller rät dazu, mindestens 20 Prozent des liquiden Anlagevermögens in Edelmetallen anzulegen. Im Interview mit finanzen.net geht Müller auch auf die Hausse an den Aktienmärkten ein. Hier vermutet er erhöhtes Gefahrenpotenzial: „Das Problem ist, dass diese Hausse nicht auf die gute konjunkturelle Entwicklung zurückzuführen ist, sondern weitestgehend auf der lockeren Geldpolitik der Notenbanken beruht.“ Letztendlich bleibt dem weitsichtigen Anleger nur eine Mischung aus Edelmetall und Cash.

Hayek - Ende des Wohlstands

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Autor: Ronny Wagner

Ronny Wagner ist Finanz-Blogger, Geldcoach, Inhaber des Edelmetallhändlers Noble Metal Factory und Gründer der „Schule des Geldes e.V.“. Er widmet sich seit 2008 dem Thema „Finanzbildung“ und hält das für einen Teil der Allgemeinbildung. Dabei ist sein Ziel, Menschen in finanziellen Fragestellungen auszubilden, um dadurch ein Leben in Wohlstand zu erreichen.