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Cost-Average-Effekt bei Edelmetallsparplänen nutzen

Am Finanzmarkt stehen mehrere Arten von Sparplänen zur Verfügung, die Verbraucher zum Beispiel zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge nutzen können. Dazu zählt neben dem Banksparplan, einer privaten Rentenversicherung oder Fondssparplänen unter anderem auch der Edelmetallsparplan. Hier kann es für die Gesamtrendite mit entscheidend sein, ob Sparer monatlich für einen bestimmten Betrag Barren sowie Münzen erwerben oder sich für eine festgelegte Stückzahl entscheiden.

Regelmäßig sparen mit Gold oder Silber liegt im Trend

Bis vor einigen Jahren konnte Gold oder Silber lediglich als einmaliges Investment genutzt werden. Anleger haben zum Beispiel sogenannte Anlagemünzen erworben oder sich für Gold- bzw. Silberbarren entschieden, indem zum Beispiel 5.000 Euro investiert wurden. Seit geraumer Zeit gibt es allerdings mit dem Edelmetallsparplan die Möglichkeit, dass Sparer regelmäßig kleinere Einzahlungen vornehmen und so einen regelmäßigen Vermögensaufbau betreiben können. 

Der Edelmetallsparplan funktioniert so, dass im Zuge des Sparplans festgelegt wird, welche Art von Edelmetall Sie erwerben. Anschließend wird der Kauf – meistens monatlich – regelmäßig durch einen Online-Edelmetallhändler durchgeführt. Dieser kümmert sich übrigens häufig ebenfalls um die Verwahrung der Bestände, sodass der Anleger und Inhaber der Münzen oder Barren von einer hohen Verwahrungssicherheit profitieren kann. Im Rahmen des Edelmetallsparplans muss der Sparer lediglich einige Angaben machen, nämlich:

  • Art des Edelmetalls (meistens Gold oder Silber)
  • Münzen oder Barren
  • Ausführungsrhythmus (meistens monatlich)
  • Limitierter oder unlimitierter Kauf
  • Sparbeitrag bzw. Stückzahl pro Ausführung

Der letzte Punkt, nämlich die Entscheidung zwischen einem monatlich fixen Sparbeitrag oder einer Stückzahl an Barren oder Münzen wird oftmals unterschätzt. Dabei ist dies für die Gesamtrendite von großer Bedeutung, nämlich aufgrund des sogenannten Cost-Average-Effektes. Auf diesen Durchschnittskosteneffekt möchten wir daher etwas näher eingehen.

Was ist der Cost-Average-Effekt?

Beim Cost-Average-Effekt handelt es sich um den sogenannten Durchschnittskosteneffekt. Dieser bezieht sich nicht alleine auf Edelmetallsparpläne, sondern kommt im Prinzip bei allen Sparverträgen zum Tragen, bei dem sich der Kunde grundsätzlich zwischen monatlich festen Beiträgen und einer bestimmten Stückzahl an Wertpapieren, Fonds oder Edelmetallen entscheiden kann. Grundvoraussetzung ist natürlich ebenfalls, dass der Kurs des entsprechenden Objektes der Begierde natürlichen Kurs- bzw. Preisschwankungen unterliegt. Dabei besagt der Durchschnittskosteneffekt, dass es auf lange Sicht rentabler ist, monatlich einen festen Betrag zu sparen statt zum Beispiel eine festgelegte Anzahl an Silbermünzen zu erwerben. Warum ist das so?

Wie funktioniert der Durchschnittskosteneffekt?

Mit dem Durchschnittskosteneffekt erreichen Sparer, dass sie den durchschnittlichen Einkaufspreis senken können, und zwar im Vergleich zum regelmäßigen Erwerb einer festen Stückzahl, beispielsweise von Goldbarren. Der Cost-Average-Effekt funktioniert deshalb, weil Sie dann bei niedrigeren Preisen eine etwas größere Anzahl kaufen als bei höheren Preisen. Würden Sie hingegen eine feste Anzahl von beispielsweise 5 Goldbarren pro Monat erwerben, würden Sie immer die gleiche Stückzahl erwerben, unabhängig vom jeweiligen Preis. 

Es ist durch zahlreiche Untersuchungen und Beispiele belegbar, dass der Durchschnittskosteneffekt tatsächlich funktioniert. Aus dem Grund beinhalten heutzutage auch die meisten Edelmetallsparpläne, dass der Sparer sich für einen festen Sparbeitrag (in Euro) pro Monat entscheidet und nicht etwa dafür, zum Beispiel Monat für Monat einen 5 g Silber Goldbarren zu kaufen. Trotzdem sollte der Effekt nicht überschätzt werden, denn insbesondere bei kleineren Sparbeiträgen liegt der „Mehrgewinn“ manchmal nur im Bereich weniger Euro pro Jahr. 

Ein Rechenbeispiel: So funktioniert der Cost-Average-Effekt

Da solche Vergleiche und Effekte für die meisten Anleger und Sparer immer etwas theoretisch klingen, möchten wir gerne anhand eines Praxisbeispiels verdeutlichen, dass der Cost-Average-Effekt tatsächlich funktioniert. Durch die durchschnittlich günstigeren Einkaufskosten wirkt sich der Durchschnittskosteneffekt natürlich insgesamt positiv auf die Rendite aus, denn je höher die Kosten sind, desto geringer ist die Rendite. 

Im folgenden Beispiel kaufen Sie in der einen Variante monatlich für 200 Euro Barren aus Gold, während Sie sich in der anderen Variante dafür entschieden haben, monatlich vier 1-Gramm-Goldbarren zu erwerben.

Variante 1: 200 Euro monatlich 

Goldpreis beim Januar-Kauf: 48,56 Euro – 4,1186 Barren (Bruchanteilseigentum)

Goldpreis beim Februar-Kauf: 51,42 Euro – 3,8895 Barren

Goldpreis beim März-Kauf: 46,23 Euro – 4,3216 Barren

Goldpreis beim April-Kauf: 45,11 Euro – 4,4336 Barren

Goldpreis beim Mai-Kauf: 48,16 Euro – 4,1528 Barren

Goldpreis beim Juni-Kauf: 49,56 Euro – 4,0355 Barren

Gesamtbestand (Bruchanteilseigentum): 24,9516 Barren

Kapitaleinsatz: 1.200 Euro

Durchschnittskaufpreis: 48,0931 Euro 

Variante 2: 4 Goldbarren monatlich 

Goldpreis beim Januar-Kauf: 48,56 Euro – 194,24 Euro Kapitaleinsatz

Goldpreis beim Februar-Kauf: 51,42 Euro – 205,68 Euro

Goldpreis beim März-Kauf: 46,23 Euro – 184,92 Euro 

Goldpreis beim April-Kauf: 45,11 Euro – 180,44 Euro

Goldpreis beim Mai-Kauf: 48,16 Euro – 192,64 Euro

Goldpreis beim Juni-Kauf: 49,56 Euro – 198,24 Euro

Gesamtbestand: 24 Goldbarren

Kapitaleinsatz: 1.156,16 Euro

Durchschnittskaufpreis: 48,1733 Euro

Wie Sie anhand dieses Beispiels erkennen, hätten Sie bei der ersten Variante einen Kostenvorteil in Höhe von rund 8 Cent beim durchschnittlichen Kaufpreis. Dieser entsteht dadurch, dass Sie bei etwas niedrigeren Goldpreisen anteilig mehr Goldbarren erwerben. Bleiben Sie hingegen in der Variante 2 bei Ihrer festen Stückzahl, kaufen Sie immer die gleiche Menge Gold, unabhängig von niedrigeren oder höheren Preisen. Dies beweist, dass der Cost-Average-Effekt in der Praxis funktioniert.

Vieles spricht für den Cost-Average-Effekt

Bei vielen Effekten und Wahlmöglichkeiten gibt es sowohl Vor- als auch Nachteile. Der Cost-Average-Effekt stellt im Bereich der Edelmetallsparpläne keine Ausnahme dar, jedoch gibt es im Grunde nur einen Nachteil. Darüber hinaus existieren jedoch ausschließlich Vorteile, wenn Sie sich für einen festen Euro-Betrag pro Monat entscheiden. Daher ist es empfehlenswert, sich auch bei einem Edelmetallsparplan festzulegen, dass Sie zum Beispiel für monatlich 300 Euro Goldbarren erwerben. Der Nachteil kann darin bestehen, dass es – im Nachhinein – besser gewesen wären, einmalige einen größeren Betrag zu investieren. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass dies – vielleicht zufällig – zu einem sehr günstigen Kurs passiert ist. 

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Autor: Ronny Wagner

Ronny Wagner ist Finanz-Blogger, Geldcoach, Inhaber des Edelmetallhändlers Noble Metal Factory und Gründer der „Schule des Geldes e.V.“. Er widmet sich seit 2008 dem Thema „Finanzbildung“ und hält das für einen Teil der Allgemeinbildung. Dabei ist sein Ziel, Menschen in finanziellen Fragestellungen auszubilden, um dadurch ein Leben in Wohlstand zu erreichen.