1x1 der Finanzen Blog

Auf der Suche nach Sicherheit

Sicherheit bei der Unberechenbarkeit der Finanzmärkte

Mehr als ein Jahrhundert lang haben Kapitalmarktexperten und Wirtschaftswissenschaftler sich darum bemüht, dass Risiko der Kapitalmärkte zu analysieren, es zu erklären und letztlich davon zu profitieren. Finanzkrisen und Börsencrashs hätte es nach den herkömmlichen Modellen und Annahmen einfach nicht geben dürfen. Doch an den Finanzmärkten geschieht das scheinbar Unwahrscheinliche ständig. Diese Ereignisse, die meist mit einem Totalverlust des eingesetzten Kapitals einhergehen, werden von den meisten Menschen grob unterschätzt. Das Hauptaugenmerk der meisten Anleger liegt auf der möglichen Schwankung einer Kapitalanlage und nicht auf dem Totalausfall, dem finanziellen Ruin. Am besten ist es nach landläufiger Meinung, sein Kapital gar keinen Schwankungen auszusetzen. Daher erfreuen sich „sichere“ Sparbücher, Tagesgeldkonten, Bausparkonten, Bundesschatzbriefe oder Staatsanleihen sehr großer Beliebtheit. Irrtümlicherweise ist nicht die Volatilität einer Kapitalanlage dessen Risiko. Viel entscheidender als die Schwankung des Marktes sind die großen, existenzbedrohenden Kapitalmarktcrashs. Diese hatten und haben das Potential, die bestehenden Vermögenswerte einer ganzen Generation zu vernichten. Denn eins ist sicher. Der nächste große Crash kommt ganz sicher. Die Verwerfungen der Jahre 2001 und 2008 waren dagegen nur ein Kindergeburtstag.

Finanzmärkte unter Stress

Banker, Anlageberater und andere Experten raten, niemals «alle Eier in einen Korb zu legen». Laut ihnen sollten Investoren ihre Vermögen auf mehrere, sich möglichst gegenläufig entwickelnde Anlageformen verteilen und so die Risiken streuen. Diese Herangehensweise soll Anleger vor Verlusten schützen. Diese Grundüberzeugung hat sich leider in der Praxis als falsch erwiesen, da sie rückblickend nur in „ruhigen“ Börsenphasen erfolgversprechend war. Wie wir wissen, sind diese Phasen eher von kurzer Dauer und immer leider erst im Nachhinein feststellbar. Kapitalmärkte bewegen sich jedoch sprunghaft.  In diesen Extremsituationen erzielen Anleger mit der Streuung von Risiken zwar eine gewisse relative Verlustlinderung, absolut gesehen landeten ihre Depots aber tief in den roten Zahlen.

Das größte Risiko an den Finanzmärkten liegt in Stress-Szenarien, mit denen niemand rechnet. Es ist für das Vermögen der meisten Anleger fatal, sich mit Anlagestrategien zu beschäftigen, die gar keine oder sehr wenig Schwankungen produzieren, jedoch das Risiko eines großen Verlusts mit sich bringen. Kleinere Verluste können relativ schnell ausgeglichen werde. Größere sind existenzbedrohend und führen in aller Regelmäßigkeit in den Ruin.

Schwarze Schwäne überall

Bevor die Engländer Australien entdeckten, war man der festen Überzeugung, dass alle Schwäne weiß sind. Dann bekam man den ersten schwarzen Schwan zu Gesicht. Seitdem sind Schwarze Schwäne eine treffende Metapher für Ereignisse, die unvorstellbar klingen und scheinbar äußerst selten vorkommen. Sie besitzen drei Merkmale: Schwarze Schwäne sind extreme Ausreißer jenseits unserer Vorstellungskraft. Sie verändern unser Denken und damit unsere Welt. Und wir finden im Nachhinein Erklärungen für ihr Auftauchen. Der Erste Weltkrieg, der fundamentalistische Terror, der Computer, das Internet, die Flüchtlingskrise: Alle Ereignisse mit großen Nachwirkungen und enormen Evolutionspotential sind schwarze Schwäne. Das Erstaunliche: Wir tun alles, um sie zu ignorieren, um ihre Existenz zu leugnen – und um sie letztlich im Nachhinein als „ganz normal“ zu klassifizieren. Warum?

Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt.

Wir neigen dazu, die Welt in Einzelteile zu zerlegen und so ihre Komplexität zu reduzieren. Dadurch glauben wir zu verstehen, was in der Welt vor sich geht. Doch können wir die Entwicklungen erst im Nachhinein beurteilen, wie durch einen Rückspiegel betrachtet. Letztendlich bewerten wir Fakten und vorgefertigte Meinungen zu hoch und beobachten nicht das, was tatsächlich da ist. Wir lassen uns meist in finanziellen und wirtschaftlichen Fragen von Experten leiten. Unsere Hörigkeit gegenüber der intellektuellen Elite kennt keine Grenzen. Doch ist es klug, in wirtschaftlichen und finanziellen Belangen seine Zukunft der Meinung von Experten zu überlassen? Es gibt nur ein Konzept gegen die heutige Komplexität: Misstrauen sie Dogmen, erreichen sie finanzielle Bildung und versuchen sie dabei, außerhalb der gängigen Konzepte zu denken. Seien sie vorbereitet und versuchen sie, dem Finanzsystem möglichst einen Schritt voraus zu sein. Im aktuellen Kapitalmarktumfeld erscheint es mir, dass sich viele Marktteilnehmer mit ihren getroffenen Entscheidungen in Sicherheit wiegen und glauben, schlauer zu sein als die Mehrheit der Anleger. Dieses Denken über Sicherheit könnte sich mal wieder als falsch herausstellen.

„Wenn ihr eure Augen nicht braucht, um zu sehen, werdet ihr sie brauchen um zu weinen.“ Jean-Paul-Sartre

Lösungsansätze

(in einem Schaukasten, abgetrennt)

  1. Nichts sollte so groß werden, dass es zu groß ist, um scheitern zu dürfen (to big to fail). Leider zeigt die heutige Praxis, dass meist den Institutionen geholfen wird, die die höchsten versteckten Risiken aufweisen. Damit werden die Zerbrechlichsten am Größten.
  2. Es ist dumm, sich auf die Experten zu verlassen, die die Krise verursacht haben.
  3. Der Komplexität des heutigen Wirtschaftssystems kann nur durch ein eigenes, schlaues Geldkonzept und Einfachheit in der Strukturierung von Geldanlagen entgegengetreten werden
  4. Der Verkauf komplexer Finanzprodukte muss verboten werden, weil sie kaum jemand wirklich versteht. Die Menschen müssen vor sich selbst geschützt werden. Dynamit gehört nicht in Kinderhände, auch wenn es mit einem Warnschild versehen ist. „Anlegerschutzgesetze“ bringen dem Anleger nichts.
  5. Nur Schneeballsysteme hängen von Vertrauen ab. Meiden Sie alle Anlageformen, die nur von Vertrauen abhängen.
  6. Aktuell noch mehr Kredite zu vergeben, um die Kreditkrise zu bekämpfen ist die Verweigerung, sich den Problemen zu stellen. Der aktuelle Zustand unseres Geldsystems kann nur durch Entzug von der Droge „Schulden“ zum Positiven verändert werden. Das bedeutet für den Einzelnen, möglichst auf Schuldenmacher zu verzichten. Gleichzeitig wäre diese Therapie das Ende des heutigen, schuldenbasierten Geldsystems und die Möglichkeit eines Neustarts.
  7. Finanzmärkte sind kein guter Speicher unserer Vermögenswerte. Finanzmärkte sind nicht dazu gemacht worden, damit es allen Menschen gut geht. Sie bieten den Menschen nicht die Sicherheiten, die von ihnen nachgefragt werden.

Geldeiszeit voraus

Es wurden enorm viele Tricks in unser Wirtschafts- und Geldsystem eingebracht. Leider werden die Menschen heutzutage sehr schlecht in Hinblick auf dieses Thema unterwiesen. Das führt häufig dazu, dass ein Mensch beim Versuch, das Thema zu verstehen, in eine sehr schwierige Lage kommt. Geld wird ständig manipuliert. Schauen sie an die weltweiten Finanzmärkte und sehen sie, in welcher gigantischen Geschwindigkeit Gelder über den Planeten verschoben werden, ohne das eine wirtschaftliche Leistung zugrunde liegt. Dieser weltweite Spekulationswahnsinn und eine ganze Menge weiterer Systeme, Geld zu machen, verderben das Vertrauen und zerstören Geld als Zahlungsmittel. Geld muss etwas repräsentieren, was real ist. Und es funktioniert nur, wenn es jedem zur Verfügung steht. Heute ist Geld jedoch ein Druckmittel. Es wird benutzt, um Menschen zu ungewollten Handlungen zu zwingen. Die meisten Menschen sind auf Geld angewiesen, denn Sie können sich in der heutigen Welt nicht mehr selbst versorgen. Doch was passiert, wenn dem Bürger der Zugang zum Geld verwehrt wird? Was würden die Menschen wohl sagen, wenn sie herausfinden, dass der Staat Gesetze erlassen hat, die Ihnen im Handumdrehen den Zugang zu ihren Guthaben bei Banken, Bausparkassen, Lebensversicherungen und Investmentfonds versperren? In einem System, wo die Schulden und Guthaben gleich groß sind, ist der Abbau von Schulden nur durch den schnellen, unbürokratischen Zugriff auf Guthaben möglich. Bedenken sie, dass Steuererhöhungen zur Finanzierung unseres heutigen Wohlfahrtsstaates nur noch bedingt möglich sind. Die Begehrlichkeiten des Staates wachsen jedoch ständig weiter. Nicht zuletzt die Diskussion um ein Bargeldverbot zeigt, dass es nur noch wenige Schritte in Richtung großer Vermögensenteignung sind. Seien sie vorbereitet. Die Geldeiszeit hat bereits begonnen. Sie müssen nur hinsehen.

Sicherheit bei der Geldanlage steht derzeit hoch im Kurs

Die Finanzwelt ist derzeit reich an Fragen und arm an Antworten. In diesen Zeiten chronischer Unsicherheit erfreuen sich stabilisierende Elemente starker Nachfrage. Die deutschen Anleger legen wieder mehr Wert auf Sicherheit. Wie eine forsa-umfrage im Auftrag der Gothaer Asset Management AG unter 1.003 Bürgern im Januar 2016  zeigte, legen 54 Prozent der Befragten  den Focus bei ihren Geldanlageentscheidungen auf die Sicherheit der Geldanlage. Nur 8 Prozent gaben an, dass die Rendite im Vordergrund steht. Doch was verstehen die Menschen unter Sicherheit? Die Definition aus dem Duden: das Geschütztsein vor Gefahr oder Schaden bzw.  das höchstmögliche Freisein von Gefährdung. Die größte Gefährdung für das Vermögen geht heute von der im realer werdenden  Vermögensenteignung aus. Finanzielle Repressionen wie beispielsweise negative Realzinsen, die Abgeltungssteuer, Handelseinschränkungen von Kapitalanlagen oder mögliche Besitzverbote (Bargeld, Gold etc.) sind hier nur ein Vorbote bevorstehender Entwicklungen.  Die dazu nötigen Gesetze sind bereits erlassen oder werden vorbereitet. Wer dazu mehr wissen möchte, kann sich unter www.geldeiszeit.de informieren. Das System kann durch den Einzelnen nicht bezwungen werden, jedoch kann es klug sein, ihm einen Schritt voraus sein. Das Gebot der Stunde ist Geschwindigkeit. Vermögensanlagen schnell und effizient über den Globus zu bewegen ist eine mögliche Antwort.

Edelmetalle als Möglichkeit

Edelmetalle werden im Bewusstsein der Menschen immer stärker als Geld oberster Güte und immer weniger als Rohstoff betrachtet. Edelmetallbesitz bedeutet pures Eigentum und beinhaltet keinerlei Verbindlichkeit. Dies erklärt auch wieso Edelmetalle keine laufenden Zinsen zahlen: es beinhaltet kein Gegenparteienrisiko. Gold hat eine jahrtausendelange Erfolgsgeschichte als Mittel zum Wert- und Kaufkrafterhalt. Hohe Liquidität, Unzerstörbarkeit, hohe Wertdichte, Fungibilität, leichte Teilbarkeit (Stückelung) und weltweite Akzeptanz sind die Gründe, warum Gold und Silber als das optimale Geld vom Markt auserkoren wurde. Diese einzigartigen Eigenschaften machen Gold zu einem der besten Absicherungsinstrumente gegen exzessive Geldmengenausweitung, politische Notwendigkeiten und dem plötzlichen Auftauchen Schwarzer Schwäne. Gold hat eine 6000jährige Erfolgsgeschichte als ultimatives Geld, das noch niemals wertlos wurde. Aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen in Europa, kann es durchaus sinnvoll sein, die Lagerung seiner Edelmetallbestände außerhalb von Europa vorzunehmen. Entsprechende Möglichkeiten werden bereits im deutschen Edelmetallmarkt angeboten.

Sie glauben nicht an Gold? Stellen Sie sich vor, Sie würden für 10 Jahre verreisen und während dieser Zeit keinen Kontakt zum gewohnten Umfeld haben. Wenn Spekulation nicht erlaubt wäre, welche Anlageentscheidung würden Sie bis zum Zeitpunkt Ihrer Rückkehr wählen?

„Wichtiger als der richtige Weg ist die richtige Richtung.“ Stefan Persson, Aufsichtsratsvorsitzender „Hennes und Mauritz, H&M“

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Autor: Ronny Wagner

Ronny Wagner ist Finanz-Blogger, Geldcoach, Inhaber des Edelmetallhändlers Noble Metal Factory und Gründer der „Schule des Geldes e.V.“. Er widmet sich seit 2008 dem Thema „Finanzbildung“ und hält das für einen Teil der Allgemeinbildung. Dabei ist sein Ziel, Menschen in finanziellen Fragestellungen auszubilden, um dadurch ein Leben in Wohlstand zu erreichen.